Warum ich mein Spinnprojekt drei Monate vor mir hergeschoben habe (und was Ordnung für Spinnfaser wirklich damit zu tun hat)

Warum ich mein Spinnprojekt drei Monate vor mir hergeschoben habe (und was Ordnung für Spinnfaser wirklich damit zu tun hat)

Ich hatte mir eine Strickanleitung ausgesucht, bei der sofort klar war: Die will ich machen. Nicht irgendwann, nicht „mal schauen“, sondern jetzt. Und ich wusste auch ziemlich sicher, dass ich dafür einen passenden Kammzug habe, den ich vor einiger Zeit gekauft hatte, weil Farbe und Mischung genau dieses Ja, unbedingt! ausgelöst haben.

Das Problem war nur: Ich wusste nicht mehr, wo dieser Kammzug gelandet war.

Also habe ich angefangen zu suchen. Erst in der einen Box, dann in der nächsten, dann fiel mir ein, dass ich ja noch diese Kiste im Regal habe, und im Arbeitszimmer liegt bestimmt auch noch Spinnfutter, das „nur kurz“ dort abgelegt wurde. Nach einer halben Stunde hatte ich zwar viele Fasern in der Hand, aber nicht die richtige – und vor allem keine Lust mehr.

Das Projekt habe ich nicht gestrichen. Ich habe es vertagt. Und aus diesem Vertagen wurden am Ende drei Monate.

 

Wie sortiere ich meine Wolle – und warum genau hier das Problem beginnt

Diese Frage taucht immer wieder auf: Und wie sortiert ihr eure Wolle?
Die ehrliche Antwort lautet oft: irgendwie.

Fasern werden gekauft, weil sie gefallen, weil sie spannend sind, weil man sie spinnen möchte. Nicht, weil schon ein konkretes Projekt dahintersteht. Das ist völlig normal und gehört zum Spinnen einfach dazu. Kammzüge liegen also erst einmal da, warten. Und das ist kein Fehler.

Das Problem entsteht nicht beim Kaufen und auch nicht beim Lagern, sondern in dem Moment, in dem man etwas anfangen will und merkt, dass die eigene Ordnung für Spinnfaser zwar existiert, aber im entscheidenden Moment nicht hilft. Denn Ordnung, die nur bedeutet, dass etwas irgendwo liegt, ist keine Ordnung, die Arbeit abnimmt.

 

Ordnung für Spinnfaser heißt nicht „schön“, sondern „auffindbar“

Ordnung beim Spinnen wird oft mit hübsch sortierten Kisten, Farbreihen und perfekt beschrifteten Boxen gleichgesetzt. In der Praxis geht es aber um etwas viel Banaleres: Finden.

Wenn ich beim Kammzug spinnen erst lange überlegen muss, wo ich überhaupt suchen soll, dann kostet mich das meine Energie und Zeit. Und diese fehlen mir dann genau dort, wo sie eigentlich gebraucht werden – beim Spinnen selbst. Die Lust ist da, die Idee auch, aber das System bremst.

Das hat nichts mit mangelnder Disziplin zu tun und auch nichts damit, dass man „zu viel“ hat. Es ist schlicht eine Ordnung, die nicht auf den Moment des Startens ausgelegt ist.

Spinnfutter sortieren – ohne Projekte vorwegzunehmen

Viele Ordnungssysteme setzen voraus, dass man schon weiß, wofür eine Sache gedacht ist. Beim Spinnen ist das aber oft gar nicht der Fall. Spinnfutter wird gekauft, angefasst, vielleicht angesponnen, manchmal einfach nur gelagert, bis irgendwann eine Idee auftaucht.

Spinnfutter sortieren heißt deshalb nicht, jedem Kammzug sofort ein Projekt zuzuweisen, sondern so viel Überblick zu schaffen, dass man schnell entscheiden kann, wenn die Idee da ist. Nicht vorher. Nicht auf Vorrat. Sondern genau dann.

Und genau da hakt es häufig: Die Faser ist da, aber der Überblick fehlt. Also wird gesucht. Und gesucht. Und irgendwann aufgegeben.

 

Drei Monate später ging es dann plötzlich doch

Irgendwann hatte ich wieder Zeit, Lust und Nerven. Ich habe mir die Mühe gemacht, meine Fasern gezielt durchzugehen, den passenden Kammzug gefunden und endlich angefangen zu spinnen. Das Projekt wurde schön, keine Frage.

Aber es hätte nicht drei Monate warten müssen. Nicht wegen fehlender Inspiration, sondern wegen fehlender Ordnung, die mir im richtigen Moment geholfen hätte. Und? Geht es euch manchmal auch so wie mir?

 

Warum Kammzug spinnen leichter wird, wenn Ordnung mitdenkt

Ordnung beim Spinnen soll nicht einschränken und auch keine Projekte diktieren. Sie soll ermöglichen, dass gute Ideen nicht im Suchen stecken bleiben. Dass man weiß, was man hat, und es findet, wenn man es braucht. Unser Zeit ist kostbar.

Genau hier setzt mein Guide Spinnordnung ohne Drama an: bei einer Ordnung für Spinnfaser, die alltagstauglich ist, keine Perfektion verlangt und vor allem eines tut – sie spart Zeit und Nerven, wenn man eigentlich spinnen möchte.

Denn nichts ist ärgerlicher, als ein Projekt nicht zu starten, obwohl alles da wäre.

 

Wenn du beim Lesen gedacht hast: Ja, das kenne ich, dann liegt das Problem wahrscheinlich nicht an deiner Motivation, sondern an deiner Ordnung. Und die darf ruhig so funktionieren, wie dein Spinnalltag wirklich aussieht.


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